Ausbildungsvorbereitung Einleitung

Neue Ansätze von Diagnose und pädagogischen Prozessen für benachteiligte Jugendliche im Übergang Schule-Beruf (DIA-TRAIN)

DIA-TRAIN – dieses Kurzwort steht für DIAgnose und TRAINing.

Ein insgesamt 10 Werktage dauerndes Programm untersucht und trainiert Kompetenzen und Ressourcen von Jugendlichen im Übergang Schule - Beruf. Es umfasst sieben verschiedene Verfahren und wird von zwei geschulten DIA-TRAIner(inne)n mit i.d.R. acht Teilnehmer(inne)n durchgeführt.

Das Angebot wendet sich an Jugendliche, die im Übergang von der Schule in den Beruf benachteiligt sind. Das können Schüler/innen allgemeinbildender Schulen, Berufsschüler/innen oder Maßnahmeteilnehmer/innen sein. Diese Gruppe ist vielfach gekennzeichnet durch Defizite: tatsächlich vorhandene oder solche, die ihnen im Laufe einer negativen (Schul)Karriere zugeschrieben worden sind. Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, Interessen und Neigungen sind verdeckt und den Jugendlichen oft selbst nicht bewusst, viele sehen sich selbst als Versager/in.

DIA-TRAIN gibt diesen Jugendlichen Gelegenheiten, ihre Kompetenzen und Ressourcen zu entdecken und zu zeigen. Hier werden Entwicklungsmöglichkeiten und konkrete Ansatzpunk-te für eine individuelle Förderung untersucht. Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen. Sie selbst sollen ihre Lern- und Entwicklungsprozesse steuern und zu Problemlösungen finden. DIA-TRAIN ist so konzipiert, dass es motiviert und zu Eigenaktivität anregt.

Dazu werden sieben verschiedene Verfahren angewandt:

  • ein Sozialtraining mit 17 Übungen
  • ein biographisches Interview
  • ein Kreativitätstraining
  • 12 erlebnispädagogische Übungen
  • ein zweitägiges Assessment-Center mit 9 Aufträgen
  • ein Lerntraining
  • eine Zukunftswerkstatt.
Diese Verfahren können auch modular eingesetzt werden.

Die DIAgnose- und TRAINingseinheit vereint zwei Zielsetzungen: Sie stellt zum einen Schlüsselkompetenzen und Ressourcen fest, sie dient somit der DIAgnose im Rahmen der individuellen Förderung. Durch vielfältige TRAINings unterstützt sie zum zweiten die Entwicklung von personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen sowie den Ausbau interner und externer Ressourcen. Im Programm werden TRAINing und DIAgnose miteinander verknüpft: Während der Trainings wird auch systematisch beobachtet.

Bei der Beobachtung ergänzen sich zwei diagnostische Ansätze der systematischen Verhaltensbeobachtung:

I. Im Assessment-Center wird nach der Assessment-Center-Methode jede/r Einzelne beobachtet und beurteilt.

II. Bei allen anderen Verfahren wird in Anlehnung an die Förderdiagnostik individuell beobachtet und ausgewertet.

Während oder nach einer Übung halten die DIA-TRAIN-er/innen die Beobachtungen anhand festgelegter und definierter Dimensionen für jede/n Jugendliche/n individuell fest und werten sie aus. Die Ergebnisse des Assessment-Centers werden in Form eines Fähigkeitsprofils dokumentiert.

Die Gesamtergebnisse werden in einem Förderbericht zusammengefasst. Dieser stellt die deutlich gewordenen Kompetenzen und Entwicklungspotenziale ebenso wie anstehende Entwicklungsaufgaben dar. Der Förderbericht gibt Hinweise auf die nötigen Hilfen und Rahmenbedingungen für eine individuelle Förderung. Er wendet sich an den/die Jugendliche/n selbst und darüber hinaus an diejenigen, die im Anschluss an DIA-TRAIN mit dem/der Jugendlichen weiter arbeiten.

Die Durchführung von DIA-TRAIN ist an eine entsprechende Schulung gebunden. Die Mitar-beiter/innen, die als "DIA-TRAINer/innen" die DIAgnose- und TRAINingseinheit durchführen sollen, bringen i. d. R. eine pädagogische Ausbildung mit und werden im Rahmen einer Fortbildungsreihe gezielt für DIA-TRAIN qualifiziert. Im Zertifikatskurs DIA-TRAIN erhalten sie ein Handbuch, in dem alle Verfahren ausführlich dargestellt sind. Das Handbuch wird durch einen Materialband ergänzt.

DIA-TRAIN wurde in den Jahren 2000-2003 unter der Leitung von INBAS von einer Projektgruppe mit Vertreter/innen der Landesjugendämter und Fachkräften aus Beratungsstellen, Jugendwerkstätten und Schulsozialarbeit an Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen entwickelt und erprobt. Das Entwicklungsprojekt und ein Implementierungsprojekt wurden finanziert durch das Ministerium für Schule, Kinder und Jugend des Landes Nordrhein-Westfalen.

Inzwischen wurden mehr als 300 DIA-TRAINer/innen ausgebildet. Fortbildungen werden zur zeit i. d. R. als Inhouse-Schulung von INBAS für interessierte Bildungsträger auf Anfrage angeboten.

Kontakt:

Birgit Voigt

INBAS GmbH

Straße des 17. Juni 114

10623 Berlin

Tel.: 0 30 / 6 95 02 69

Fax: 0 30 / 6 95 02 68

E-Mail: voigt@inbas.com