Ausbildungsvorbereitung Einleitung

Projekt "Internetkompetenz für benachteiligte Jugendliche"

Einleitung:
Ausgangssituation und Handlungsbedarf

Die Thematik der neuen Medien lässt sich heute aus der beruflichen Integrationsförderung (Benachteiligtenförderung) nicht mehr ausklammern. Um dem drohenden "Digital Divide" - der Spaltung der Gesellschaft in Medienkompetente und Medienferne – entgegen zu wirken, muss die Konzentration auf der Gestaltung der Bildungsangebote für Benachteiligte liegen. Es gilt zu verhindern, dass dort eine Generation heranwächst, die zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen sozialen und bildungsbedingten Benachteiligungen von einer neuen Form der Ausgrenzung aufgrund mangelnder Medienkompetenz betroffen ist. Die Eröffnung von Zugangschancen zur Medientechnologie und die Vermittlung von Medienkompetenz sind daher wichtige Ansatzpunkte, um benachteiligten Jugendlichen zu einem besseren Start in das Berufsleben zu verhelfen.

INBAS hat die Bedeutung dieser Thematik seit längerem erkannt und widmete sich in mehreren Projekten der Entwicklung von Konzepten im sog. "IT-Bereich". Eines dieser Projekte war das Modellprojekt "Internetkompetenz für benachteiligte Jugendliche", das vom 1.7.2000 bis 30.6.2004 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. In diesem Projekt wurde erstmals versucht, möglichst dort anzusetzen, wo eine "mediale Ausgrenzungskarriere" sich abzeichnen kann, nämlich bereits im Übergang von der Schule in den Beruf.

Die Verbesserung der in den Einrichtungen der Integrationsförderung vorhandenen Medienkompetenz war ein erster Schritt, um zu erreichen, dass die pädagogische Arbeit mit Medien zum Bestandteil aller Bildungsangebote der Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Ausbildung wird. Das Projekt richtete sich daher mit der Bereitstellung von Informationen, beispielhaften Praxismodellen und einem auf den Bedarf in den Bildungseinrichtungen abgestimmten Fortbildungsangebot an das Fachpersonal in Maßnahmen der beruflichen Integrationsförderung benachteiligter Jugendlicher.

Gerade in der Integrationsförderung kommt es darauf an, die Postulate der Handlungsorientierung und der Binnendifferenzierung auch in der Arbeit mit den neuen Medien umzusetzen. Noch fehlt es an ausgearbeiteten "Rezepten", wie dies zu bewerkstelligen sei, die Notwendigkeit für entsprechende methodisch-didaktische Konzepte ist unübersehbar. Pädagogische Fachkräfte, die sich heute mit der Integration von Medienkompetenz als Lernziel in Maßnahmen der Benachteiligtenförderung beschäftigen, leisten immer noch Pionierarbeit. Diese Arbeit ist aber notwendig, um in absehbarer Zeit einen Fundus an Methoden und Materialien aufzubauen, der seinen festen Platz in Stützunterricht, Ausbildungswerkstatt und sozialpädagogischer Arbeit erhalten wird.

Als zentraler Ansatzpunkt erwies sich in der Projektdurchführung immer wieder die Arbeit der regionalen Netzwerke, in denen Maßnahmeträger und Entscheidungsträger/innen aus Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik an der Entwicklung gemeinsamer Standards arbeiteten. Hier zeigte sich sowohl die Unterschiedlichkeit der Voraussetzungen in den Einrichtungen als auch das gemeinsame Interesse, der medienpädagogischen Zielsetzung entsprechende organisatorische Infrastrukturen zu entwickeln, damit das volle Potenzial der neuen Medien zur Entfaltung kommen kann.

Auf den folgenden Seiten stellen wir die wichtigsten Arbeitsergebnisse des Projekts "Internetkompetenz für benachteiligte Jugendliche" vor. Die Internetplattform des Projekts finden Sie unter www.konnetti.de.