Modellprojekt "Neue Wege der Berufsausbildung für junge Migranten"
Das Modellprojekt "Neue Wege der Berufsausbildung für junge Migranten" ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden (www.jva-wiesbaden.justiz.hessen.de und dem Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik www.inbas.com in Offenbach am Main.
Das Modellprojekt wird seit September 2002 im Programm "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf" (BQF-Programm,
www.kompetenzen-foerdern.de) gefördert.
Ziele und Aufgaben des Modellprojekts
Das übergeordnete Ziel des Modellprojekts besteht darin, die Re-Integration jugendlicher Strafgefangener mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt zu fördern und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu stärken. Dadurch soll auch einem Rückfall in strafrechtlich auffälliges Verhalten vorgebeugt werden. Eine erfolgreiche Re-Integration hängt auch davon ab, verschiedene Handlungsfelder miteinander verzahnen zu können.
Das Modellprojekt setzt das Ziel in drei Arbeitsfeldern um:
- Im Zugangsbereich der JVA-Wiesbaden wurde ein Verfahren eingeführt, mit dem Fähigkeiten und Förderbedarf inhaftierter Migranten festgestellt und bewusst gemacht werden können (Arbeitsfeld 1)
- Es wird ein differenziertes Aus- und Weiterbildungsangebot aufgebaut, das sich an aktuellen Anforderungen einer Ausbildung bzw. des Arbeitsmarkts orientiert (Arbeitsfeld 2)
- Ein "Übergangsmanagement" bindet in einem (über-)regionalen Netzwerk Arbeitsmarkt- und Bildungsakteure ein, die die inhaftierten Migranten nach der Entlassung beim Eintritt in den Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung wirkungsvoll unterstützen (Arbeitsfeld 3)
Die JVA Wiesbaden ist für 300 männliche Inhaftierte zwischen 19 und 25 Jahren ausgelegt; sie sind der Strafhaft, Untersuchungs- und Abschiebehaft zugeordnet. Das Projekt richtet sich an Jugendliche in der Strafhaft; der Anteil Inhaftierter mit Migrationshintergrund liegt hier zwischen 55 und 60 %, von denen die Russlanddeutschen die größte Gruppe darstellen, gefolgt von Türken und Nordafrikanern. Diese drei Gruppen stellen die Zielgruppe im engeren Sinne dar. Von den Projektergebnissen sollen darüber hinaus aber alle in der Strafhaft Inhaftierten profitieren.
Die Lebensläufe der Inhaftierten weisen kumulative soziale Desintegrationsbestände auf wie z.B. keine abgeschlossene Schulausbildung, Ausbildungsabbruch, entstrukturierte Lebensführung. Rollen, aus denen Ordnung und Stabilisierung von Erwartungen erwachsen könnten, sind nur rudimentär ausgebildet; der Anteil Inhaftierter mit einer Drogenabhängigkeit ist auf über 60 % gestiegen. Bereits vor der Inhaftierung war der Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich erschwert, diese Tendenz wird sich ohne Gegensteuerung fortsetzen.
Hier finden Sie Projektdarstellungen mit weiteren Informationen zum JVA-Projekt:

