Ausbildungsvorbereitung JVA-Projekt Arbeitsfeld 1

Arbeitsfeld 1: Kompetenzfeststellung

An dieser Stelle finden Sie demnächst eine ausführliche Darstellung. Vorab ein Auszug aus der Projektdarstellung:

In diesem Arbeitsfeld wurde die sog. Zugangsdiagnostik überarbeitet. Die Zugangsabteilung der JVA Wiesbaden umfasst 48 Plätze für Neuzugänge. Die Verweildauer im Zugang liegt bei etwa vier Wochen. Die Behandlung der Inhaftierten erfolgt nach einem Binnendifferenzierungsmodell, bei dem sie in Wohngruppen mit jeweiligen Schwerpunkten (z.B. Gewalt-, Sexualtäter) zusammengefasst werden.

Gemäß dem Anspruch, die Leistungsfähigkeit der Zugangsdiagnostik zu steigern, erprobte das Modellprojekt neue Instrumente im Arbeitsfeld 1.

Im Zugang der Strafhaft wurde der handwerklich-motorische Eignungstest (hamet2), Modul 1 (Berufliche Basiskompetenzen) eingeführt; er wird mit allen Inhaftierten in der Holzwerkstatt durchgeführt (www.bbw-waiblingen.de/hamet2). Die Leistungsfähigkeit des hamet2 ist mittlerweile in der JVA anerkannt, ebenso bei den Probanden, die in der Regel die Übungen – unabhängig vom Ergebnis – mit hoher Motivation durchführen. Die Ergebnisse der Kompetenzfeststellung werden in einem Kompetenzbericht zusammengefasst und von Fachkräften der JVA für die Vollzugsplanung aufbereitet. Dies trägt zu einem differenzierten Bild des Inhaftierten i.S. der Persönlichkeitserforschung bei.

Die JVA erstellt bei Inhaftierten, die zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt wurden sowie zu ausgewählten Inhaftierten mit einer Suchtproblematik Gutachten nach der "Methode der idealtypisch-vergleichenden Einzelfallanalyse" (MIVEA). Das Modellprojekt unterstützte dieses Vorhaben, indem es Teilnehmer aus den Grundausbildungslehrgängen gutachterlich beurteilte. Das Verfahren leistet eine einzelfallbezogene Prognose zum Legalverhalten in jeder Phase des Strafverfahrens (www.mivea.de).

Im Oktober 2004 führte ein Mitarbeiter des Modellprojekts, angeregt durch die Initiativstelle für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (IBQM: www.bibb.de/ibqm), acht narrative Interviews mit Inhaftierten durch. Leitend für die Interviews war die Darstellung des Migrationshintergrundes, der (Schul-)Bildungs- und Arbeits der Befragten.

In der Untersuchungshaft läuft seit Juli 2005 ein Verfahren zur Beobachtung von Sozialverhalten. Der Ausländeranteil beträgt hier ca. 75 %. Die JVA beabsichtigt, den aufnehmenden Instanzen (z.B. Gericht, Jugendgerichtshilfe, Fallmanager in den hessischen Optionskommunen und den Arbeitsgemeinschaften – ARGE) einen kurzen Kompetenzbericht an die Hand zu geben. Fähigkeiten jugendlicher Migranten sollen "sichtbar" gemacht und deren teilweise vorhandene Flexibilität für eine Hinführung in Ausbildung und/oder Beschäftigung dokumentiert werden.

Das Verfahren liegt in zwei Varianten vor: eine ausführliche (incl. hamet2, Modul 1) für U-Häftlinge, die voraussichtlich für längere Zeit in U-Haft bleiben (ca. 60 pro Jahr), und eine "Kurzfassung" für diejenigen, die 4-6 Wochen anwesend sind (ca. 240 pro Jahr). Das Verfahren orientiert sich am Profil-AC, die Beobachtungsbögen sind an relevante Situationen in der U-Haft angepasst. Durch die Einführung des Verfahrens weitet das Modellprojekt die ursprüngliche Konzentrierung auf die Strafhaft um die Zielgruppe "U-Häftlinge" aus.