AS-Clearingstelle
Seit September 2001 gibt es in unmittelbarer Nähe des Arbeitsamtes Köln
/ Weißhausstraße die AS-Clearingstelle.
Jugendliche und junge Erwachsene, die die Berufsberatung aufsuchen und bei denen
sich im Gespräch herausstellt, dass sie derzeit beruflich noch nicht oder
nicht ausreichend genug orientiert sind, können durch den Berufsberater
der Clearingstelle zugewiesen werden. Das können auch Teilnehmer berufsvorbereitender
Maßnahmen sein, bei denen sich gezeigt hat, dass sie in der jetzigen Maßnahme
falsch sind und eine adäquate Vorbereitung oder alternative Fördermöglichkeit
gesucht werden muss. In diesem Falle nehmen die Sozialberater über die
Berufsberatung Kontakt zur Clearingstelle auf. Die Zielgruppe sind Jugendliche
mit besonderem Förderbedarf.
Die Praxis der ersten Monate zeigt, dass es sich in der Regel um Maßnahmen-
und Ausbildungsabbrecher, unversorgte Schulabgänger oder Jugendliche handelt,
die arbeitslos sind und nun nach einer evtl. auch längeren Zeit einen Einstieg
in das Berufsleben suchen.
In der Clearingstelle versucht dann das interdisziplinäre Team, bestehend
aus Sozialpädagogen, Psychologe, Lehrer und Praxisanleiter, gemeinsam mit
dem Ratsuchenden in den nächsten Wochen die Situation zu "clearen",
den derzeitigen Stand des Ratsuchenden festzustellen, eine berufliche Orientierung
zu entwickeln und passende Fördermöglichkeiten und Überleitungen
gemeinsam mit der Berufsberatung einzuleiten.
Zunächst aber werden dem Jugendlichen in einem Erstgespräch die vielfältigen
Möglichkeiten der Clearingstelle vorgestellt. Er muss entscheiden, ob das
Angebot seinem Bedarf entspricht und er es wahrnehmen möchte.
Entscheidet er sich für das Angebot, so durchläuft der Jugendliche zunächst in einem Zeitraum von vier bis fünf Wochen ein umfangreiches Kompetenzfeststellungsverfahren. Nach einer Einführungsveranstaltung, die den Inhalt und den Ablauf der nächsten Wochen aufzeigt, werden die Jugendlichen in verschiedenen Bereichen getestet um ihre Kompetenzen feststellen zu können: Der Interessenstest nimmt Bestand auf, welche berufsrelevanten Interessen existieren und wie differenziert diese sind. In einem weiteren Test wird überprüft, ob sich diese Interessen mit evtl. vorhandenen beruflichen Vorstellungen decken. Im Bereich eines Leistungstest werden Deutsch- und Mathematikkenntnisse ebenso überprüft wie vorhandenes Wissen im Umgang mit dem PC. Ebenso wird versucht, Aussagen über Sozialkompetenz zu gewinnen.
In dem zweitägigen Projekt "Berufskunde" erhalten die Jugendlichen
einen weitgefächerten Überblick über verschiedene Möglichkeiten
geeigneter Förderstrukturen, von berufsvorbereitenden Maßnahmen über
schulische Angebote und Berufsausbildung bis hin zu Arbeitsmöglichkeiten.
Dort, und nur dort wo es sinnvoll ist und ausdrücklich gewünscht wird,
können auch ein Intelligenztest oder andere weitergehende Verfahren durchgeführt
werden. Ein Bewerbungstraining gibt dem Ratsuchenden die Möglichkeit, unter
professioneller Hilfe Bewerbungsunterlagen zu erstellen und Bewerbungsverfahren
zu trainieren. Ein Praxistag, der Auskunft über handwerkliches Geschick
und feinmotorische Fähigkeiten geben soll, rundet das Kompetenzfeststellungsverfahren
ab.
Abgeschlossen wird es durch ein ausführliches Auswertungsgespräch,
bei dem die vorhandenen Kompetenzen noch einmal vor dem Hintergrund evtl. mittlerweile
entwickelter Berufsideen und -wünschen betrachtet werden. Gemeinsam mit
dem Jugendlichen und der Berufsberatung wird dann die Überleitung in evtl.
notwendige berufsvorbereitende Maßnahmen abgesprochen und eingeleitet.
Dort, wo das bisher beschriebene Verfahren nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit
der Teilnahme an einer parallel laufenden Berufsorientierungsgruppe mit maximal
15 Plätzen. In dieser bis zu drei Monate dauernden Berufsorientierung wird
die Kompetenzfeststellung fortgeführt und die berufliche Orientierung intensiviert.
Die Teilnehmer haben u.a. auch die Möglichkeit, an ihren Fähigkeiten
und Bedürfnissen orientiert, individuelle Praktika bei Trägern oder
in Betrieben zu absolvieren um damit Berufsfelder besser be"greifen"
zu können und ggf. Überleitungen in Berufsvorbereitung, Ausbildung
oder Arbeit zu erleichtern. Besonders relevant ist diese Beruforientierung auch
für diejenigen, die längere Zeit ohne Beschäftigung waren und
über diesen Weg die Chance haben, Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit,
Regelmäßigkeit usw. wieder zu trainieren.
Um diese Orientierungsphase effektiv zu nutzen, ist - von der Auslastung abhängig
- jederzeit und recht kurzfristig ein Ein- und Ausstieg aus der BO-Gruppe möglich.
Dauer:
Clearing: max. 3 Monate (ggf. gesplittet)
BO-Gruppe: max. 3 Monate
Kapazität: BO-Gruppe: 15 Plätze
Zuweisung: Ausschließlich über den jeweils zu-ständigen Berufsberater
Träger: IN VIA - Köln, Am Justizzentrum 1, 50939 Köln
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Ansprechpartner: Hartmuth Schütt,
Leiter der Clearingstelle
Tel. 0221 / 94 38 96

