Assessment-Center-Erfahrungen im Beobachterseminar

"Assessment-Center"- eine Vokabel beherrscht die fachlichen Gespräche über die Entwicklung neuer und einheitlicher Förderstrukturen für benachteiligte Jugendliche.

"Was ist das?", "Wie läuft das ab?" - diese und ähnliche Fragen bewegen nicht nur die beteiligten Jugendlichen; sie sind auch für die verantwortlichen Ausbilder, Sozialpädagogen und Berufsberater sehr spannend.

Eine leichte Unsicherheit war daher am Anfang des zweitägigen "Beobachterseminars für AC" in Korbach zu spüren. Oder waren es Berührungsängste -?
Das Seminar wurde von Petra Druckrey vom IMBSE-Institut geleitet. Ihr Institut verfügt über die fundiertesten Erfahrungen mit der AC-Methode. Sie hat es durch geschickte Moderation verstanden, das Eis aufzutauen und die Teilnehmer für die Inhalte zu interessieren.
Wahrnehmung war das erste Thema, für die beteiligen "Bildungsprofis" eigentlich kein Problem. Oder vielleicht doch?
Ein wertvolles Zwischenergebnis war, dass sich trotz bester Absichten gelegentlich Wahrnehmungsfehler bei der Beurteilung von Bewerbern in die tägliche Arbeit einschleichen.

Objektive Wahrnehmungskriterien sind daher der Schlüssel für ein erfolgreiches AC.
Anschließend wurde ein AC in einzelnen Sequenzen ausprobiert. Die Teilnehmer konnten in gezielten Übungen mal in die Rolle eines Bewerbers und mal in die Rolle eines Beobachters schlüpfen. Und tatsächlich: durch vorher festgelegte Kriterien konnten die Übungen problemlos beobachtet und objektiv eingeschätzt werden. Das Ziel der Potentialeinschätzung für eine geplante Fördermaßnahme wird damit greifbar.
Die Ergebnisse eines AC müssen den Jugendlichen überzeugend und angemessen vermittelt werden, daher wurde schließlich im Seminar auf die Gestaltung des Feedback-Gespräches besonderer Wert gelegt.
Nach meiner Einschätzung war das zweitägige Seminar in Korbach eine wertvolle Erfahrung. Viele fachliche "Kleinigkeiten" mit großen Auswirkungen auf die tägliche Arbeit wurden thematisiert. Die Inhalte wurden lebhaft und handlungsorientiert gestaltet. Und nicht zuletzt: durch die gemeinsame Erfahrung sind die beteiligen Ausbilder, Sozialpädagogen und Berufsberater auch persönlich enger zusammen gerückt - ganz im Sinne einer "einheitlichen Förderstruktur".

Ullrich van Leeuwen
Berufsberater
Arbeitsamt Korbach