| Kompetenzansatz |
Die Kompetenzfeststellung untersucht und unterstützt die Kompetenzen
und Potenziale und sucht nach Anhaltspunkten für die individuelle Förderung.
Ergebnisse (Berichte, Profile, Rückmeldungen etc.) stellen die Kompetenzen
in den Mittelpunkt und geben Hinweise auf Entwicklungsmöglichkeiten.
Verfahren, Berichte und Rückmeldungen vermitteln den Jugendlichen,
dass sie etwas können und machen Mut. |
| Lebensweltbezüge |
Übungen und Aufträge stammen aus dem Erfahrungsbereich der Teilnehmer/innen
und schaffen Bezüge zur jeweiligen Lebenswelt. Die Art der Aufgaben,
die Formulierungen und die Aufmachung der Arbeitsblätter sind verständlich
und zielgruppenadäquat bei gleichzeitiger Betonung der Ernsthaftigkeit. |
| Ganzheitlichkeit |
Die Kompetenzfeststellung spricht die gesamte Persönlichkeit an.
Die Diagnose bezieht alle Sinne und alle Ebenen des beruflichen Handelns
(Denken, Fühlen, Handeln) ein. |
| Individualisierung |
Im Rahmen der Kompetenzfeststellung werden alle Teilnehmer/innen einzeln
beobachtet; jede/r Teilnehmer/in erhält ein schriftliches Ergebnis
mit qualitativen Aussagen und individuellen Empfehlungen sowie eine individuelle
Rückmeldung. Neben Gruppenaufgaben umfasst die Kompetenzfeststellung
Einzelaufträge und Aufträge für zwei bzw. drei Jugendliche.
|
| Partizipation |
Die Kompetenzfeststellung zielt auf die eigenverantwortliche Weiterentwicklung.
Die Teilnehmer/innen übernehmen in der Kompetenzfeststellung eine aktive
und selbstbestimmte Rolle. Die Teilnahme an der Kompetenzfeststellung darf
nicht gegen den Willen der Teilnehmer/innen stattfinden (Unter Zwang sind
keine Kompetenzen und Potenziale ersichtlich.) |
| Transparenz |
Der Sinn sowie der Ablauf aller Verfahren und Übungen sind für
die Teilnehmer/innen offen und nachvollziehbar, die Ergebnisse werden für
sie verständlich formuliert und ihnen erklärt. |
| Kontrollierte Subjektivität |
Die Kompetenzfeststellung stellt sicher, dass die Subjektivität der
Beobachtungen, Beurteilungen und Bewertungen kontrolliert wird und dämmt
Beobachtungs- und Bewertungsfehler ein, z. B. durch ein gezieltes Beobachtungstraining,
durch mehrere und wechselnde Beobachter/innen. |
| Prozessorientierung |
Die Kompetenzfeststellung ist auf einen Entwicklungsprozess ausgerichtet.
Kompetenzfeststellung und Förderung bilden eine Einheit. Kosten, Aufwand
und Belastung der Beteiligten rechtfertigen sich (nur) durch den Nutzen
für die weitere Förderung der Teilnehmer/innen. Die Einheit von
Kompetenzfeststellung und Förderung/Qualifizierung, das heißt
die konzeptionelle Einbindung der Kompetenzfeststellung, muss sichergestellt
sein (durch personelle Kontinuität und/oder durch eine enge Kooperation). |
| (Sozial-) Pädagogische Orientierung |
Die Kompetenzfeststellung findet in sozial- und berufspädagogischen
Handlungsfeldern statt. Das jeweilige Verfahren muss mit den der beruflichen
Integrationsförderung zugrunde liegenden (sozial-)pädagogischen
Denk- und Handlungsweisen vereinbar und von den Fachkräften nach einer
Fortbildung verantwortlich durchzuführen sein. Es dürfen keine
Verfahren ausgewählt werden, für die eine psychologische Qualifikation
Voraussetzung ist. |
| Datenschutz |
Die einschlägigen Vorschriften des Datenschutzes sind einzuhalten.
Ergebnisse (Profile, Berichte) dürfen nur mit schriftlichem Einverständnis
der Teilnehmer/innen an konkret benannte Dritte weiter gegeben werden. Die
Weitergabe von Informationen wird dem/der Jugendlichen transparent gemacht. |