Das Konzept für die Neue Förderstruktur
- Das Konzept
- Der Standardrahmen
- Das Curriculum
- Materialien und Medien
- Der Dokumentationsbogen
- Das Zeugnis
- Das Qualifizierungsbild
- Praxisbeispiel: Standort Rostock
Für die Entwicklung und Umsetzung von Qualifizierungsbausteinen entwickelten Mitarbeiter/innen der an Modellversuchen beteiligten Träger in Zusammenarbeit mit INBAS ein Konzept. Es ist auf die Zielgruppen der Ausbildungsvorbereitung zugeschnitten, d. h. “lernbeeinträchtigte und benachteiligte Personen, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder einer gleichwertigen Berufsausbildung noch nicht erwarten lässt“(BBiG § 50 (1)).
Das Konzept- begreift die Förderung des Berufswahlprozesses als notwendigen Bestandteil der Ausbildungsvorbereitung. Daher beziehen sich die Qualifizierungsbausteine auf ein Berufsfeld oder auf mehrere Berufe. Sie bieten so genügend Möglichkeiten und Anlässe für eine Berufsorientierung. Diese Ausrichtung gewährleistet außerdem, dass der Qualifizierungsbaustein für die Teilnehmer/innen mehrfach verwertbar ist. Für die Jugendlichen hat er immer einen Nutzen, unabhängig davon, wann und für welchen Beruf aus einem Berufsfeld sie/er sich entscheidet.
- sieht vor, dass die in den Qualifizierungsbausteinen beschriebenen Qualifikationen für die Jugendlichen überschaubar sind und in einem der Förderdauer angemessenen Zeitraum erworben werden können. Die Inhalte sollten daher von der Zielgruppe in 140 bis 200 Stunden erlernt werden können. (Die individuellen Vermittlungszeiten können diese Vorgabe unter bzw. überschreiten).
- versteht Qualifizierungsbausteine als den ersten Schritt hin zu einem Berufsabschluss im dualen System. Es wird immer davon ausgegangen, dass die Jugendlichen bei entsprechender Vorbereitung und Unterstützung und ausreichend Zeit eine Vollausbildung schaffen können. Es geht also nicht um die Vermittlung von Teilqualifikationen unterhalb des Berufsabschlusses.
- bezieht seine Angebote auch auf lernbehinderte Jugendliche. Allerdings gibt es in der Modellversuchsreihe hierzu noch relativ wenige Erfahrungen. Erste Ergebnisse am Modellstandort Dresden zeigen, dass diese Jugendlichen eine längere Zeit brauchen, um die einzelnen Elemente zu erlernen. Können sie den gesamten Qualifizierungsbaustein nicht absolvieren, werden nur die entsprechenden Elemente in dem Zeugnis über die Grundlagen beruflicher Handlungsfähigkeit (BAVBVO § 2) dokumentiert. Es erscheint jedoch nicht sinnvoll, eigenständige Bausteine für lernbehinderte Jugendliche zu entwickeln, die sich an den theoriegeminderten Berufen (BBiG § 48) orientieren. Dies würde zu Zeugnissen zweiter Klasse führen.
- berücksichtigt, dass bestimmte Jugendliche, die in der Neuen Förderstruktur qualifiziert werden, bereits ausbildungsreif sind. Diese Jugendlichen könnten nach entsprechender Förderung in der Grundstufe eine Ausbildung aufnehmen, es steht aber aus formalen Gründen (Einstiegszeiten der Kammern und Berufsschulen) und/oder aufgrund des Mangels an betrieblichen Ausbildungsplätzen aktuell kein Ausbildungsplatz zur Verfügung. Für diese Jugendlichen werden umfangreichere Bausteine angeboten. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass die erworbenen Qualifikationen möglichst in der Erstausbildung anerkannt werden sollen.
Das Konzept zur Entwicklung und Umsetzung von Qualifizierungsbausteinen beinhaltet folgende Elemente und Arbeitshilfen:
In einem Standardrahmen werden die Kompetenzen als Ergebnis des Qualifizierungsprozesses präzise beschrieben. Hier wird dem/der Jugendlichen verdeutlicht, welche Qualifikationen er/sie erlernen muss, um den Baustein erfolgreich zu absolvieren.
Es werden auch die Inhalte der Abschlussprüfung (falls diese als Leistungskontrolle vorgegeben ist) festgelegt.
Das Curriculum macht Aussagen darüber, wo (also an welchem Lernort), von wem und wie (mit welcher Methode) die Inhalte des Bausteins vermittelt werden. Das Curriculum ist ein Handlungsrahmen. Es berücksichtigt die Gegebenheiten der Werkstatt bzw. des qualifizierenden Betriebes und es orientiert sich an den Interessen und den Lernvoraussetzungen der Jugendlichen. Da sich einzelne Faktoren häufig ändern, ist das Curriculum nicht statisch. Es wird immer wieder auf die aktuelle Situation zugeschnitten bzw. modifiziert. Es ist ein „offenes“ Curriculum. Bei der Umsetzung sollte auf Methoden zurückgegriffen werden, die das gesamte Spektrum der beruflichen Handlungskompetenz berücksichtigen.
Zielgruppengerechte Materialien und Medien, die in der Unterweisung eingesetzt werden, werden den jeweiligen Qualifizierungselementen zugeordnet. Sie sind für alle Jugendlichen zugänglich. Sie unterstützen den Selbstlernprozess der Teilnehmer/innen.Um den Teilnehmer(inne)n den Lernfortschritt zu verdeutlichen und um gleichzeitig den Mitarbeitern eine Übersicht zu geben, welche Inhalte der Jugendliche bereits absolviert hat, ist ein Dokumentationssystem notwendig. Je mehr Jugendliche bestimmte Elemente an verschiedenen Lernorten erwerben, desto strukturierter und für alle Beteiligten übersichtlicher und verständlicher sollte das Dokumentationssystem sein. Eine Möglichkeit bietet der hierfür entwickelte Dokumentationsbogen.
Durch ein Zeugnis, das den Vorgaben der BAVBVO entspricht wird der Qualifikationszuwachs der Jugendlichen dokumentiert. Das Qualifizierungsbild ist Bestandteil es Zeugnisses. Es beschreibt das Qualifizierungsziel und die entsprechenden Tätigkeiten und stellt detailliert den Bezug zu dem zugrunde liegenden Ausbildungsberuf bzw. Berufen her.
Praxisbeispiel: Standort Rostock
Exemplarischer Qualifizierungsbaustein des Modellstandortes Rostock (PDF, 92.5 KB)

